Thema
Vielleicht wird die Fortpflanzungsmedizin die Gesellschaft ebenso grundlegend verändern, wie die Erfindung der Pille vor 50 Jahren. Prof. Carl Djerassi, der „Vater der Pille“, wird bei den Bodenseedialogen 2013 dieses Szenario entwerfen. Und wenn? Zum Wohl des Menschen? Referent/innen von internationalem Ruf aus dem Bereich der Medizin, der Psychologie und der Philosophie werden sich der Frage stellen, welche Konsequenzen die assistierte Reproduktion (ART) heute schon zeigt und vor welchen Herausforderungen wir stehen.
Vor über 30 Jahren wurde Louise Brown als erstes „Retortenbaby“ geboren. Seither arbeitet die medizinische Forschung intensiv daran, der wachsenden Zahl kinderloser Paare die Sehnsucht nach dem Kind erfüllen zu können. Denn das Leid ungewollt kinderloser Paare ist gross. Wo sich die Not vieler Menschen mit medizinischen und kommerziellen Möglichkeiten trifft, entwickelt sich ein dynamisches Feld. Dabei verschiebt das „Projekt Kind“ laufend medizinische, psychologische und ethische Grenzen und wirft neue, grundlegende Fragen auf.
Es ist sinnvoll, von Zeit zu Zeit den Alltag zu unterbrechen und zu reflektieren, was wir tun. Wir tauschen uns häufig im Binnenbereich unserer Disziplin aus, selten jedoch fächerübergreifend. Genau darin liegt jedoch ein grosses Potential für eine menschengerechte Entwicklung der Reproduktionsmedizin, denn die Entstehung neuen Lebens berührt den ganzen Menschen.
Wir laden ÄrztInnen, PsychologInnen und PsychotherapeutInnen, Hebammen, EthikerInnen und Interessierte anderer Disziplinen herzlich nach Bregenz ein. Die Bodenseedialoge verstehen sich als Ort des interdisziplinären Austauschs. "Lernen durch Perspektivenwechsel" ist das Ziel. Der Wechsel von hochkarätigen Vorträgen und dialogischen Settings sowie das angenehme Ambiente des spätsommerlichen Bodensees werden dies ermöglichen. Wir freuen uns auf Sie!
Dr. Franz Limacher, Tagungspräsident
Mag. Christoph Jochum, Tagungsleitung

